Zum Projekt

Du suchst nach weiteren Informationen zum Projekt HOLLYWOOD MEMORIES? Dann bist Du auf dieser Seite genau richtig. Hier erklären wir, worum es in dem Forschungsprojekt geht, was wir herausfinden möchten und wie Du dabei ins Spiel kommst. Wir geben außerdem einige Hintergrundinformationen zum Thema Hollywoodfilm und darüber, was es in Hollywood mit den Neuverfilmungen und Fortsetzungen auf sich hat. Vielleicht interessiert Dich ja auch ein Einblick in die bisherige Forschung?

Filme sind allgegenwärtig. Es gibt dabei viele Figuren und Erzählwelten, die uns durch unser Leben begleiten. Man denke etwa an KING KONG, dessen Geschichte in Remakes immer wieder neu erzählt wird, oder an scheinbar unendliche Filmreihen wie STAR WARS, ROCKY, INDIANA JONES und HALLOWEEN, die über mehrere Jahrzehnte hinweg fortgesetzt wurden.

Unser Forschungsprojekt HOLLYWOOD MEMORIES geht davon aus, dass die Wiederholung und seriell angelegte Fortsetzung bekannter Stoffe — in Form von Remakes, Sequels und Reboots — die andauernde Auseinandersetzung mit den in Hollywood geschaffenen Geschichten, Figuren und Erzählwelten fördert. Die Wiederkehr des Vertrauten führt dazu, dass Erinnerungen an Filme mit HAN SOLO, KARATE KID, JOHN McCLANE oder den GHOSTBUSTERS stets aufs Neue wach gerufen und so fest im Gedächtnis verankert werden. Wir möchten erforschen, ob und wie solche Erinnerungen an Hollywoodfilme zugleich mit Erinnerungen an bestimmte Lebensphasen (Kindheit, Jugend, Erwachsensein) verknüpft werden und das Lebensgefühl von Generationen prägen.

Die globale Reichweite des Hollywoodkinos spielt bei diesen Überlegungen eine wichtige Rolle. Was bedeutet es, dass viele der hier genannten Filme auf der ganzen Welt geschaut werden? Schafft Hollywood durch Wiederholung und serielle Entfaltung über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg ein gemeinsames Filmrepertoire, das Erinnerungen, gelebte Erfahrungen und generationsbezogene Identitäten von Zuschauer*innen in einer globalisierten Welt prägen?

In unserem Forschungsprojekt HOLLYWOOD MEMORIES möchten wir herausfinden, wie Hollywoodfilme erinnert werden und Zugehörigkeiten zu Generationen (oder: Filmgenerationen) schaffen.

Es geht zum einen um Erinnerungsprozesse, in denen sich Hollywoodfilme mit lebensweltlichen Erfahrungen in konkreten historischen und kulturellen Kontexten verflechten. Das betrifft Lebensphasen (also: Kindheit, Jugend, Erwachsensein), soziale Praktiken und Räume (Kinobesuche aber auch das Filmschauen zu Hause, mit unterschiedlichen Medientechnologien, mit der Familie oder Freunden) sowie kulturelle und geopolitische Rezeptionskontexte (die sowohl die Verfügbarkeit als auch die Mehrdeutigkeit von Texten und Interpretationsspielräume berücksichtigen).

Andererseits wollen wir erforschen, was passiert, wenn Remakes, Sequels und Reboots Erinnerungen an prägende Filme, Figuren, Geschichten, Erzählwelten und auch Filmerlebnisse aus der Kindheit und Jugend in späteren Lebensphasen zurückbringen. Wir nehmen an, dass diese Filme zeitliche Strukturen anbieten, indem sie die laufende erzählerische und technologische Entwicklung auf Seiten der Filme mit dem Leben der Zuschauer*innen synchronisieren und dadurch Generationenzugehörigkeit vermitteln.

Ziel unseres Forschungsprojekts HOLLYWOOD MEMORIES ist es, solche mediatisierten Konstruktionen zu erforschen und zu prüfen, ob die weltweite, dauerhafte Präsenz von Hollywoodfilmen zur Konstruktion von globalen Filmgenerationen beitragen. Wenn Remakes, Sequels und Reboots für die beständige Rückkehr des Vertrauten stehen, werden dann narrative Bilder, Figuren, Erzählwelten und Stars zu sinnstiftenden Bezugspunkten? Allgemeiner formuliert, wollen wir herausfinden wie Populärkultur, Medien und Gedächtnis unterschiedliche Generationen von Zuschauer*innen prägen. Gleichzeitig sollen mit der Untersuchung quantitative und qualitative Forschungsmethoden in den Geisteswissenschaften weiter etabliert werden.

Hollywood hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zur größten, produktivsten und umsatzstärksten Filmindustrie der Welt entwickelt, die ihre globale Reichweite stetig weiter ausbaut. Ein wesentlicher Bestandteil des Hollywoodkinos war von Anfang an das Recycling bekannter Stoffe. Mit der Einführung des Tonfilms Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre zum Beispiel wurden viele Stummfilme mit neuen Schauspieler*innen und Ton neu verfilmt, in den 1970er Jahren begann der Fortsetzungsfilm seinen Erfolgszug und seit der Jahrtausendwende gibt es vermehrt sogenannte Prequels, Reboots und Legacyquels (die nicht immer klar voneinander abzutrennen sind).

 

Fakt ist, dass Hollywood im Laufe der Zeit bekannte Geschichten immer wieder neu und weitererzählt hat, dass beliebte Figuren regelmäßig zurückkehren und ihre Abenteuer und Erzählwelten dadurch in unserem Alltagsleben über viele Jahre präsent bleiben. Man denke etwa an KING KONG oder A STAR IS BORN, die über 80 Jahre hinweg 3 bzw. 4 Mal neu verfilmt wurden, aber auch an die Sequels von STAR WARS, ROCKY und INDIANA JONES, die uns bereits seit mehreren Jahrzehnten begleiten. Es gibt Filmreihen wie JAMES BOND, bei der seit den 1960er Jahren immer wieder neue Schauspieler in die Rolle des Geheimagenten 007 schlüpfen und neue Missionen erfüllen und es gibt Reboots wie bei PLANET DER AFFEN, BATMAN oder SPIDER-MAN, die ein bekanntes aber kreativ ausgeschöpftes oder zu teuer gewordenes Franchise durch neue (meist unbekannte) Schauspieler*innen und Filmemacher sowie erzählerische, ästhetische, und technologische Neuerungen wieder neu beleben.

 

Die stetig wachsende Vielfalt mit der Hollywood bekannte Stoffe neu- und weitererzählt, fassen wir in unserem Projekt HOLLYWOOD MEMORIES unter dem Begriff des Remaking zusammen.

HOLLYWOOD MEMORIES ist um Fallstudien in vier Länder herum organisiert. Jede der Fallstudien kombiniert (1) kulturhistorische Forschung, (2) quantitative und qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung und (3) Filmanalyse. Die empirische Rezeptionsforschung mit Fragebögen und Interviews stellt dabei aus Sicht der Geisteswissenschaften das zugleich innovativste aber auch herausforderndste Werkzeug in unserem Methodenbaukasten dar. Wegen der Corona-Pandemie weichen wir mit den Fragebögen und Interviews auf Online-Formate aus und haben das Forschungsdesign entsprechend neu konzipiert.

Die Fallstudien konzentrieren sich auf die USA, Deutschland, Mexiko und China, wo wir Teilnehmende zu ihren Erinnerungen an, Erfahrungen mit und Einstellungen zu Hollywoodfilmen und der Praxis des Remaking befragen. Die USA repräsentieren dabei den Inlandsmarkt, Deutschland eine ehemalige Besatzungszone der USA mit Reeducation-Politik, Mexiko einen postkolonialen Staat mit schwierigen Beziehungen zu den USA und China ein kommunistisches Land, das jahrzehntelang US-Kulturprodukte verbot. Der Ansatz versteht Remaking als globale Praxis, die biographisch und medientechnisch in die Lebenswelt der Zuschauer*innen eingebettet ist, sinngebende Strukturen anbietet und somit eine Rolle für das Selbstkonzept sowie die Konstruktion und Erhaltung von Gemeinschaften spielt.

Wie Filme unsere Zugehörigkeit zu Generationen beeinflussen, ist bislang kaum erforscht. Die von Euch im Rahmen des HOLLYWOOD MEMORIES-Projektes zur Verfügung gestellten Informationen helfen uns, den Umgang mit dem Medium Film und dessen Einfluss auf unser Generationenempfinden besser zu verstehen. Das Besondere an dem Projekt ist, dass die Perspektive der Zuschauer*innen und deren Erinnerungen dabei im Mittelpunkt stehen. In der Forschung hat beides bislang nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

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